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Follia - Verrutscht
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Kulturforum Amriswil, Amriswil

Fol­lia - Ver­rutscht

Freitag, 22. Januar 2027

Es ist der Versuch, die Fragmente stehen zu lassen, anstatt sie wieder zusammenzusetzen. Kein Kitt, keine Rekonstruktion, sondern ein musikalisches Beobachten, was bleibt, wenn die Dinge auseinander fallen.  

Nach mehr als zwei Jahren seit dem letzten Release, in denen sie auf den grösseren und kleineren Bühnen der Schweiz unterwegs war, reiste Follia mit Sack und Pack nach Berlin, um ihre zweite EP bei Daniel Freitag im Studio aufzunehmen. Zusammen mit Dino Brandão als Co-Produzent und der Perkussionistin Maria Schneider (Projekt: Mascha Juno) entstehen fünf Songs.  

Getragen werden sie nach wie vor von Follias Stimme und dem Kontrabass. Unterstützt  durch Klavier, Synthesizer und Perkussion, bewegen sie sich im Grenzbereich von Songwriting, Pop und Kunstlied – auch genannt: Kontra-Pop. Dabei scheut sich Follia nicht vor Extremen: Sie spielt mit klanglicher Intimität und orchestraler Weite, stossendem, entrücktem Gesang und sanft wiegendem Summen. Darüber singt sie in deutschen und schweizerdeutschen Texten über Verschiebungen von Perspektiven, Beziehungen, gesellschaftichen Gewissheiten. Sie erzählt von Brüchen, Neuanfängen und dem Versuch, sich inmitten der Bewegungen nicht zu verlieren.  

Zu den Songs:  

Tausend Hälften
Ein zynischer, zugleich dringlicher Song, getragen von einer chromatisch wandernden  Bassline und perkussiven Ausbrüchen. Er beschreibt die gegenwärtig schiefe Weltlage – mit  einer simplen Botschaft: Wir sollten uns wieder getrauen, einander zuzuhören. 

Verrutscht

Sanft gespielte Major-Septakkorde auf dem Klavier lassen einen in der Schwebe verharren. Das spiegelt die lyrische Aussage: Alles isch verrutscht, alles sogar du. Der Kontrabass antwortet wie ein entfernter Ruf, eine zweite Stimme aus der Tiefe. 

Zundhölzli

Diese Song erzählt von der fragilen Grenze zwischen Macht und Ohnmacht. Der Song beginnt schmucklos mit simplen Viertelschlägen, die ihn von Anfang an treiben. Darüber liegt ein Teppich eines vierstimmigen Chores – mystisch, die Stimmen beinahe kindlich. So bewegt sich der Song zwischen einer Sanftheit und einer gewissen Primitivität. 

Zusammen mit den zwei weiteren Songs Uf und devo und Fieberliebe ergibt sich ein Gesamtbild, was passieren kann, wenn alles verrutscht: Kontrollverlust und Ekstase geben sich die Hand.

Quelle:
thurgaukultur.ch - das Kulturportal für den Thurgau, mit Terminen, Themen & Menschen, die zu reden geben.

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