Was bedeutet es, im Osten der DR Kongo als Frau aufzuwachsen – in einer Region, in der der weibliche Körper selbst zum umkämpften Territorium geworden ist, zu einem Schauplatz der Gewalt? Kizazi – «Gebärmutter» auf Kiswahili – ist ein Solo der Choreografin und Performerin Stéphanie Mwamba. Es entspringt einer Lebensgeschichte, geprägt von der Gewalt eines Landes, das seit Jahrzehnten durch Konflikte erschüttert wird. Als Ursprung des Lebens, als Übergang zwischen Welten, wird die Gebärmutter hier zu einem kraftvollen Symbol. Sie trägt die Spuren historischer Ungerechtigkeiten: sexualisierte Gewalt, soziale Zuschreibungen, ungleicher Zugang zu Bildung, Gesundheit sowie künstlerischem und politischem Ausdruck. Kizazi ist eine Elegie für die Abwesenden, ein Ort der Erinnerung – und ein politischer wie poetischer Akt der Wiederaneignung. Ein Akt der Heilung, der Selbstermächtigung, der Rückgewinnung des eigenen Körpers. Mit organischen, pulsierenden und kraftvollen Bewegungen feiert Stéphanie freie, starke Frauen – Trägerinnen einer gerechteren Zukunft.
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