In dieser Ausstellung greift Marco Ronconi das Thema des Chiaroscuro, dem zeitlosen Dialog zwischen Licht und Dunkelheit, auf und interpretiert es aus einer zeitgenössischen und philosophischen Perspektive neu.
Für den Künstler ist Leere nicht Abwesenheit, sondern reine Möglichkeit – ein Raum, in dem Form, Licht und Bedeutung entstehen können. In dieser Philosophie wird die Dunkelheit ebenso wesentlich wie das Licht, das heißt, der negative Raum erhält das gleiche Gewicht wie das sichtbare Motiv.
Die daraus entstehenden Bilder sind Meditationen über Kontrast und Ergänzung: Licht und Schatten, Fülle und Leere, Präsenz und Vorstellung. Durch extreme Vereinfachung und einen autodidaktischen Ansatz verwandelt der Künstler die Fotografie in einen kontemplativen Akt – eine Ästhetik der Zurückhaltung und Andeutung, bei der das Ungesehene ebenso kraftvoll wirkt wie das Sichtbare. Er selbst sagt: “Meine fotografische Praxis wurzelt in der Idee der Subtraktion. Ich sehe Fotografie als einen Prozess des Ausschließens, des Wegnehmens alles Unnötigen, bis nur noch das Wesentliche übrig bleibt. Durch diese extreme Vereinfachung versuche ich, Emotion, Vorstellungskraft und Stille hervorzurufen.”
Die fotografische Reise des italienische Naturfotografen Marco Ronconi begann im Jahr 2015. Ohne je zuvor eine Kamera benutzt zu haben, wurde er von seiner tiefen Faszination für die bildenden Künste und deren Fähigkeit, Menschen emotional zu berühren, zur Fotografie hingezogen. Eine tiefe Wertschätzung für die Natur war schon immer vorhanden, gepaart mit der Bewunderung für die Vollkommenheit, die der Natur innewohnt. Ronconi: “Ich fühle mich von der stillen Perfektion und der wesentlichen Einfachheit angezogen, die die Natur verkörpert, und von der Art, wie minimale Formen und subtile Atmosphären große Emotionen und Vorstellungskraft hervorrufen können.”
Für Ronconi ist Fotografie ein Prozess, der stärker vom Weglassen als vom Hinzufügen geprägt ist und in dem Bedeutung durch Zurückhaltung entsteht. Seine harmonischen Foto-Kompositionen umarmen die subtile Ausdruckskraft der Leere und laden den Betrachter zu einem Dialog mit Stille und Raum ein. Er versteht Fotografie als ästhetischen Akt des Ausdrucks, der seine dokumentarischen Grenzen überwindet, um zu einem Medium der visuellen Meditation und Introspektion zu werden.
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