In seinem 10-teiligen Meisterwerk setzt sich der polnische Regisseur Krzysztof Kieślowski mit universellen Fragen der menschlichen Existenz auseinander, lose orientiert an den Zehn Geboten. «Dekalog» wurde 1989, in Zeiten des politischen Umbruchs, im polnischen Fernsehen ausgestrahlt. Den zehn voneinander unabhängigen Episoden ist gemeinsam, dass sie in einer Warschauer Wohnsiedlung im Polen des späten 20. Jahrhunderts spielen, sich ihre Motive wiederholen und Figuren kreuzen. Spannend gealtert sind besonders die Kulissen und Kleidungsstücke. Sie entfalten heute eine geradezu dokumentarische Wirkung. Kieślowski gelang es in der Serie, ganz alltäglich wirkende Figuren mit hochkomplexen ethischen Konflikten zu verbinden. Statt einfache Antworten zu geben, fordert «Dekalog» heraus und regt zum Nachdenken an. Dekalog 5In einer geschickten Parallelmontage führt Kislowski zugleich die Prüfung eines angehenden Anwalts und den Mord eines seiner späteren Klienten vor Augen. In der Episode wird schonungslos und nichts beschönigend Gewalt gezeigt: Diejenige, die einem kriminellen Mord zukommt, wird dabei kontrastiert mit derjenigen einer juristisch abgesicherten Hinrichtung. Es handelt sich um Kislowskis Kommentar zur Todesstrafe. Das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten.Dekalog 6 Heimlich beobachtet der 19-jährige Postangestellte Tomek während Wochen seine Nachbarin Magda durch ein Fernrohr. Er unternimmt viel, damit es zu zufälligen Begegnungen mit ihr kommt. Dabei entgleitet ihm zunehmend die Kontrolle über die Sehnsucht, ihr zu begegnen. Als sein heimliches Tun entdeckt wird, gesteht er der fast doppelt so alten Frau seine Liebe. Magda reagiert mit einem zynischen Spiel, das erhebliche Konsequenzen nach sich zieht. Ein Film, der die Notwendigkeit der Liebe in jedem Leben thematisiert. Kieślowski inszeniert mit Knappheit, der Situation entsprechend oft in stummen, nur von einzelnen Gitarren- und Klaviertönen begleiteten Sequenzen. Neben dem dokumentarischen Blick hat er auch die Fähigkeit, skurrile Momente zu gestalten, ohne sich über seine Figuren lustig zu machen. Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
Informazioni sull'evento
Tutte le informazioni attuali e aggiuntive sull'evento possono essere trovate sul sito web dell'organizzatore. I cambiamenti improvvisi saranno visualizzati solo sul sito web dell'organizzatore.
- Tempo Martedì 3. Novembre 2026, 20:15 Uhr
- Ort Kino Cameo, Lagerplatz 19, 8400 Winterthur
- WWW kinocameo.ch
- Link
- Accessibilità
- accessible Rollstuhl (completo)
- Quelle:saiten.ch





