In diesem Konzert begegnet Ihnen eine Musik, die die Dadaisten sich vielleicht gewünscht hätten – oder nie ganz zu machen gewagt hätten.
Ensemble Aventure, Anne-May Krüger
Programm
Hans Heusser (1892–1942) “Klavierstücke" (ca. 1916–1919) — ca. 10'
Ilona Perger (*1992) “Neues Werk" — (2026) — ca. 10–12'
Friedemann Treiber (*1971) Hommage au quintette pour piano de Hans Heusser (2026) — ca. 10–12'
Jalalu-Kalvert Nelson (*1951) "No. 5." text Hans Arp (2026) — ca. 10–12'
Irene Galindo Quero (*1985) "Neues Werk" (2026) — ca. 10–12'
Beteiligte Musiker:innen:
Phoebe Bognár, Flöte
Andrea Nagy, Klarinette
Nicholas Reed, Schlagzeug
Akiko Okabe, Klavier
Friedemann Treiber, Violine
Miho Kawai, Viola
Ellen Fallowfield, Violoncello
Anne-May Krüger, Mezzosopranistin
Weitere Beteiligte
Ilona Perger, Komposition
Irene Galindo Quero, Komposition
Friedemann Treiber, Komposition
Jalalu-Kalver Nelson, Komposition
Was klang wirklich in den Zürcher Dada-Soireen? Die gängige Erzählung lautet: Eine Gruppe radikaler Künstler:innen versammelt sich mitten im Ersten Weltkrieg in der neutralen Schweiz, provoziert die Bourgeoisie und erschüttert die Kunstwelt. Es ist eine gute Geschichte. Sie stimmt nur nicht ganz.
Die Musik der Zürcher Soireen war, anders als die Texte, erstaunlich zahm. Das Publikum applaudierte. Nur die letzte der acht Soireen endete im Tumult, ausgelöst nicht durch Musik, sondern durch Texte. Der meistgespielte Komponist des Zürcher Dada, Hans Heusser, verschwand danach still in der Blasmusik und schwieg zeitlebens in der Öffentlichkeit über seine Dada-Jahre. Die angeblich internationalistische Bewegung bediente sich ungeniert an Musik und Tanz des afrikanischen Kontinents. Und die Frauen, die wesentlich zur Bewegung beitrugen, wurden in der späteren Erzählung kaum erwähnt.
DADA-Remix stellt sich diesen Widersprüchen, ohne Ehrfurcht, aber mit Neugier. Ilona Pergers neues Werk dein Mund voll Lilienseife knüpft an Hugo Balls Diagnose an: „Die Sprache ist verdorben.“ Das Lautgedicht war 1916 eine Antwort auf die Propaganda des Krieges. Perger fragt, ob das heute noch gilt, und ob andere künstlerische Konsequenzen möglich sind als jene, die Ball zog. Jalalu-Kalvert Nelson nimmt sich eines Gedichts von Hans Arp an und sucht darin nach dem, was Sprache zurücklässt, wenn man ihr nicht mehr traut. Friedemann Treiber, schreibt eine Hommage an Heussers Klavierquintett, das bei der letzten Soirée nie erklang, weil das Publikum zuvor bereits in Tumult ausgebrochen war. Daneben werden Heussers vergessene Klavierwerke wiederentdeckt, und eine neue Fassung des Simultangedichts Sous les ponts de Paris wird imaginiert.
Informazioni sull'evento
Tutte le informazioni attuali e aggiuntive sull'evento possono essere trovate sul sito web dell'organizzatore. I cambiamenti improvvisi saranno visualizzati solo sul sito web dell'organizzatore.
- Tempo Venerdì 20. Novembre 2026, 20:00 Uhr
- Ort Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 8004 Zürich
- WWW www.walcheturm.ch
- Link
- Accessibilità
- accessible Rollstuhl (completo)
- Quelle:kulturzueri.ch



