«Für eine Handvoll Scheisse»: Helge Schneider und Christoph Schlingensief inszenieren eine absurde Komödie, die keine Regeln kennt.
«Für eine Handvoll Scheisse»: Helge Schneider und Christoph Schlingensief inszenieren eine absurde Komödie, die keine Regeln kennt. Ein anarchischer Spass, der ganz vom Improvisationstalent des Jazz-Komikers lebt.
Die Geschichte dieser Genreparodie ist egal, weshalb wir uns an dieser Stelle mit dem Allernötigsten begnügen: Nach dreissig Jahren kehrt Doc Snyder (Helge Schneider) in seine Heimatstadt Texas zurück, um einen Sack voller Schmutzwäsche von seiner Mutter waschen zu lassen. In einer mehr als losen Abfolge von Szenen trifft er auf einen Revolverhelden, muss seinen Bruder aus dem Gefängnis befreien und es kommt zum vielleicht legendärsten Erdbeben der Filmgeschichte.
Auf der Freilichtbühne der Karl-May-Festspiele im Sauerland und mit zahlreichen Lai:innen (darunter die fünf Nachtwächter auf dem Gelände) zelebriert Helge Schneider den Charme des Unfertigen und treibt seinen typischen Anarcho-Humor schamlos und mit viel Spiellust auf die Spitze. Dabei hat man als Publikum das Gefühl, dem Film bei seiner Entstehung zuzusehen. Mit Anleihen beim Jazz reiht sich eine absurde Szene an die andere und es werden jegliche klassischen Filmregeln ignoriert. Am Ende des Drehs war es dem Komiker aber doch noch zu normal: «Wir müssen ein bisschen gegen das gefilmte Material anarbeiten. Das war alles viel zu brav, zu perfekt, zu langweilig gedreht. Egal! Jetzt verwenden wir direkt das Ausschussmaterial, die Szenen, wo irgendwie was danebengegangen ist – die interessieren mich viel mehr!» Ein grandioser Spass, den man im Open Air unbedingt mit einem Bier oder einem Whiskey geniessen sollte!
• Bei schlechter Witterung: 19.00 + 21.15 Uhr im Kinosaal
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