Zur Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen
Die Schriftstellerin Mariella Mehr ist einer von zehn Menschen in der Audio-Installation Zehn Leben – Die Geschichte einer Stadt, die Einfach Zürich gemeinsam mit dem Friedhof Forum erarbeitet hat. Im Rahmenprogramm dazu möchten wir nun einen speziellen Fokus auf ihr Schicksal legen, denn Geschichten wie ihre sind noch immer erschreckend präsent.
Erst 45 Jahre ist es nämlich her, dass in der Schweiz offiziell verboten wurde, Menschen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen zu unterziehen, sie also ihren Eltern zu entreissen, in Heimen fremdzuplatzieren, in Psychiatrien unterzubringen oder zu sterilisieren – nur, weil eine Mutter alleinerziehend und daher vermeintlich unzureichend war oder ein Kind dem fahrenden Volk angehörte, das viele, selbst hochoffizielle Stellen pauschal als «arbeitsunwillig, genetisch verdorben und die Gesellschaft zersetzend» abtaten.
Schätzungen gehen davon aus, dass in der Schweiz heute noch rund 20 000 Opfer dieser fürsorgerischen Zwangsmassnahmen leben. Eines von ihnen ist Uschi Waser, der das sogenannte Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse eine grässliche Kindheit und Jugend bescherte. Gemeinsam mit Silvia Süess, die in Reden, um nicht zu ersticken (Erscheinungsdatum: 25.2.202) Uschi Wasers Lebensgeschichte nachzeichnet, spricht sie über ein kollektives Trauma, darüber, wie sie sich trotz allem Lebenswillen und Kampfeslust bewahren konnte – und über Mariella Mehr, die Uschi Wasers Leben entscheidend mitgeprägt hat, als Vor- und später als Mitstreiterin.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Friedhof Forum. Sie findet in der Kapelle A auf dem Friedhof Sihlfeld statt. Aemtlerstrasse 149, 8003 Zürich.
Die Platzzahl ist beschränkt, Anmeldung erforderlich
Informazioni sull'evento
Tutte le informazioni attuali e aggiuntive sull'evento possono essere trovate sul sito web dell'organizzatore. I cambiamenti improvvisi saranno visualizzati solo sul sito web dell'organizzatore.




