In ihrer neu entwickelten Installation richtet die Forscherin und Kuratorin Deiara Semeco Kouto den Blick mittels digitalen Mappings auf koloniale Spuren in der Schweiz – mit einem besonderen Fokus auf das Tessin. Anhand oft übergangener Beispiele, wie etwa Tessiner Kaufleute und ihrer Rolle in den Kakaonetzwerken des späten 18. Jahrhunderts, öffnet sich ein Raum zur Reflexion: Wie sind koloniale Positionierungen in unsere Erzählungen eingeschrieben – und wie verändern digitale Technologien diese Perspektiven? Mapping Unspoken Echoes entfaltet sich als fortlaufendes kuratorisches und künstlerisches Forschungsprojekt, das sich mit Fragen von Zeitverständnis, institutionellem Gedächtnis und der Politik des Archivierens auseinandersetzt. Als langfristig angelegte Plattform macht es sichtbar, wie Geschichte(n) entstehen, zusammengesetzt und weitergegeben werden. Dieses erste Kapitel beim Belluard Bollwerk hinterfragt gegenwärtige Vorstellungen von Geografie, Geschichte und kultureller Herkunft sowie deren Verflechtungen mit kolonialen Narrativen – und schlägt zugleich ein wachsendes Gegenarchiv Schweizer Geschichte(n) vor.
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