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Online-Schreibwerkstatt mit Malwina Lediniowska
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Aargauer Literaturhaus Lenzburg, Lenzburg

On­line-Schreib­werk­statt mit Mal­wi­na Le­di­ni­ows­ka

Tuesday, 28. April 2026

Psychische Krankheiten sind seit jeher Gegenstand literarischer Darstellung. Doch die Psychiatrie ist nicht nur medizinische Disziplin, sondern auch Institution: ein sozialer Raum mit eigenen Regeln, Hierarchien, Architekturen und Sprachordnungen. Seit dem 19. Jahrhundert ist sie ein bevorzugter Schauplatz literarischer Auseinandersetzungen – vom klassischen Anstaltsroman bis zu gegenwärtigen Texten, die Klinikaufenthalte, Diagnosen und Therapien ins Zentrum stellen.

 Heute werden psychische Erkrankungen mit neuer Selbstverständlichkeit öffentlich verhandelt. Diagnosen fungieren als Identitätsmarker, therapeutische Begriffe prägen den Alltag. Umso virulenter wird die Frage, wie die Institution Psychiatrie Wirklichkeit erzeugt: Wer erhält eine Diagnose? Welche Erzählungen setzen sich durch – jene der Patient:innen, der Ärzt:innen, der Akten? Und wie reagieren literarische Formen auf diese Macht- und Wissensordnungen?

Die Reihe Literatur aus der Psychiatrie versteht den Psychiatrie-Roman daher nicht nur als Motivgeschichte des Wahnsinns, sondern als Auseinandersetzung mit einem konkreten institutionellen Gefüge. Sie geht von der These aus, dass psychische Störungen – vermittelt durch die Klinik als Ort und Diskurs – einen semantischen Überschuss erzeugen: Erfahrungen, die zwischen Selbstbeschreibung und Fremdzuschreibung oszillieren und nach neuen Ausdrucksformen verlangen.

Die amerikanische Essayistin Rachel Aviv beschreibt in Strangers to Ourselves Menschen, deren Lebenswege eng mit psychiatrischen Diagnosen verknüpft sind – und die selbst zu schreiben beginnen. Deutlich wird dabei, wie sehr Biografie und institutionelle Zuschreibung ineinandergreifen: Schreiben erscheint als Praxis, die sich Akten, Gutachten und Klassifikationen entgegenstellt oder sie neu rahmt. Es eröffnet einen Raum, in dem das Subjekt nicht nur Objekt psychiatrischer Beschreibung bleibt, sondern eigene Deutungen und Gegen-Narrative formuliert.

 Die Veranstaltungsreihe beleuchtet dieses Spannungsfeld aus literarischen, historischen und praktischen Perspektiven. Sie fragt, wie die Psychiatrie als Ort – architektonisch, administrativ, epistemisch – im Roman erscheint, wie sich Machtverhältnisse narrativ einschreiben und warum gerade im Raum der Klinik eigene ästhetische Verfahren entstehen.

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All current and additional information about the event can be found on the website of the organizer. Sudden changes will only be displayed on the website of the organizer.

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