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Sophie Ullrich – Hot Sauce in My Eyes
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  • Exhibition

Galerie da Mihi, Bern

So­phie Ull­rich – Hot Sau­ce in My Eyes

Saturday, 24. October 2026

Mit «Hot Sauce in My Eyes» zeigt die Galerie da Mihi erstmals Arbeiten der Künstlerin Sophie Ullrich in einer umfassenden Einzelausstellung. Ihre Malerei verbindet hyperrealistische Präzision auf abstrakten Hintergründen und schafft Bildwelten zwischen Überforderung und Leichtigkeit. Die neuen Werke entstanden teilweise während ihrer Residency im Berner PROGR und greifen Eindrücke der Stadt poetisch auf.

Öffnungszeiten
Do. / Fr. 14.00–19.00 Uhr
Sa. 11.00–17.00 Uhr

Wer ist Sophie Ullrich?
Sophie Ullrich (*1990) wurde in Genf geboren, lebt und arbeitet heute in Köln.

Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium als Meisterschülerin von Eberhard Havekost ab.

Sie gehört zur jüngsten Generation bildender Künstlerinnen, deren vielbeachtete Positionen die Kunstwelt aufwecken. Ihre Arbeiten verbinden eine klare, oft hyperrealistische Bildsprache mit comicartigen Figuren, ironischen Brechungen und surrealen Verschiebungen. Ullrich schafft Szenen, die gleichzeitig leicht und tiefgründig wirken – Bilder, die lächeln und zu denken geben. Die Galerie da Mihi zeigt die Künstlerin erstmals in Bern und stellt damit eine eigenständige Position neuer Malerei zur Diskussion. Werke, die sich zwischen Popkultur, Alltagsbeobachtung und feiner Gesellschaftskritik bewegen. Sophie Ullrich konnte in den vergangenen Jahren bereits international Fuss fassen. Sie hatte Einzelausstellungen in der Piero Atchugarry Gallery in Miami (2024), in der Galerie Droste Galadé in Paris (2025) und anlässlich des Ice Cream Projects war sie auch in Zürich ausgestellt.

Warum begeistert sie uns?
Ullrichs Werk lebt von einem Kontrast, der sofort ins Auge springt: der Mix aus gekonnter Abstraktion und hyperrealistischen Motiven ist einzigartig und stellt für uns eine zeitgenössische Dringlichkeit dar. Ihre Bilder wirken wie Momentaufnahmen einer Welt, die gleichzeitig überfordert und überdreht ist. Die hyperrealistischen Elemente – Augen, Hände, Objekte – stehen neben flächigen, fast skizzenhaften Figuren. Diese Reibung erzeugt Spannung, die sowohl humorvoll, aber ernst zu nehmen ist. Ullrichs Malerei zeigt, wie wir heute leben: zwischen Nachrichtenflut und Meme-Kultur, Tragödie und Komödie, zwischen Überforderung und Leichtigkeit.

Was zeigt sie in der Ausstellung?
Die Ausstellung präsentiert neue Werke, die teilweise während Ullrichs Residency (Mai 2026) im Berner PROGR entstanden sind. Während ihres Aufenthalts fiel ihr die Vielfalt der Gewürze in den Berner Warenhäusern auf – insbesondere Aromat, das als Geschmacksverstärker allgegenwärtig ist. Diese Beobachtung wurde zum Ausgangspunkt des Ausstellungstitels: «Hot Sauce in My Eyes». Die Werke verbinden persönliche Eindrücke aus Bern mit globalen Themen: Wahrnehmung, Überforderung, Humor als Überlebensstrategie. Die Gewürze – Hot Sauce, Aromat, Chili – werden zu Metaphern für Schärfe, Reiz, Brennen und Sensibilität.

Worum geht es in «Hot Sauce in My Eyes»?
Die Ausstellung fragt, wie wir in einer Welt voller Krisen und Widersprüche weitergehen. Der Titel spielt mit der Mehrdeutigkeit tränender Augen: Vielleicht ist es nur die Schärfe der Sauce, die sie brennen lässt. Oder – wie Pierre‑Augustin Caron de Beaumarchais in seiner Schauspielkomödie «Der Barbier von Sevilla» (1775) schreibt – wir lachen schnell, «aus Angst, sonst darüber weinen zu müssen». In dieser Spannung zwischen Schmerz und Pointe, zwischen Brennen und Lachen, wird Humor zum Reflex, zur kleinen Geste des Überlebens, zur Kunst, nicht unterzugehen. Ullrich schafft Werke, die widerständig sein wollen, die sich mit dem Mut der Fantasie gegen das Brennen der Gegenwart stellen, wenn Kunstfertigkeit zum Instrument wird und Resilienz wächst, dann nimmt vielleicht der Gegenwartsschmerz ab.

Werkbeschreibungen
Das Titelbild ««Taschenfigaro» in Anlehnung an die Figur in «Der Barbier von Sevilla» zeigt eine surreale, zweigeteilte Szene, in der zwei Ebenen – die intime und die theatrale – unmittelbar aufeinandertreffen. Den oberen Bildteil dominiert ein überdimensioniertes, hyperrealistisch gemaltes Augenpaar. Augen, die in unterschiedliche Richtungen blicken. Augen, die zu viel sehen, zu viel aufnehmen, zu viel ertragen haben. Darunter kniet diese kleine Figur in historischer Kostümierung – ein Diener, ein Narr, ein Schauspieler, der mitfühlend mit blossen Händen die riesigen Tränen auffängt. Die Grössenrelation – das riesige Augenpaar, die winzige Figur – macht das Werk zu einer Allegorie von Wahrnehmung, Überforderung und innigem Beistand ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

Ein anderes Werk (siehe Abbildung 4) zeigt die Verpackung eines asiatischen Geschmacksverstärkers – ein Motiv, das Ullrich während ihres Aufenthalts in Bern besonders auffiel. Die thailändischen und japanischen Schriftzeichen, die rote Schale und die grafische Gestaltung wirken wie ein globales Alltagsobjekt, das plötzlich zur Projektionsfläche wird. Ullrich überführt dieses Konsumprodukt in eine malerische Reflexion über Geschmack, Reiz und kulturelle Überlagerungen. Das Werk verbindet Bern mit Bangkok, Aromat mit Ajinomoto, Alltag mit Überforderung – und zeigt, wie globale Bilder in lokale Erfahrungen hineinwirken.

Warum lohnt sich der Besuch?
«Hot Sauce in My Eyes» ist eine Ausstellung über das Sehen, das Brennen, das Lachen und das Weitergehen. Gezeigt wird eine junge künstlerische Position, die mit Humor und Präzision auf die Gegenwart reagiert – und dabei Bilder schafft, die berühren, irritieren und befreien. Wer wissen möchte, wie Malerei heute aussehen kann, wenn sie gleichzeitig leicht und tief ist, sollte diese Ausstellung nicht verpassen.

Text: Barbara Marbot und Hans Ryser, im August 2026

Veranstaltungen
Öffentliche Führungen:
Samstag, 17. Oktober, 17.00–17.30 Uhr

Donnerstag, 29. Oktober, 18.30–19.00 Uhr

Führung mit der Künstlerin, anschliessend Hot Sauce on Hot Dog:
Freitag, 13. November, 18.00 Uhr
Anmeldung bis 10. November (contact@damihi.com)

Finissage:
Samstag, 14. November 2026, 14.00–17.00 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend

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Information about the event

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All current and additional information about the event can be found on the website of the organizer. Sudden changes will only be displayed on the website of the organizer.

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