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Tritonus
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Waaghaus, St. Gallen

Tri­to­nus

Sunday, 23. August 2026

Schweizer Volksmusik um 1800.

Schweizer Volksmusik um 1800 – Tritonus 2025 feiert das Ensemble Tritonus sein 40-jähriges Bestehen präsentiert sein neues Programm «UNE und OBE», das die Volksmusik der unteren und oberen Gesellschaftsschichten in der Schweiz am Ende des 18. Jahrhunderts bis etwa 1820 thematisiert. In bewährter Tritonus-Tradition sind wieder zahlreiche unveröffentlichte oder schwer zugängliche Musikstücke und Lieder zu hören – eigene Bearbeitungen und Kompositionen schaffen den Bezug zu unserer Zeit.

Die Musik widerspiegelt in ohrenfälliger Weise die Lebenswelten der Menschen in der vor- und nachrevolutionären Zeit, die unterschiedlicher nicht sein konnten. So wechseln sich etwa wohl- klingende Hausmusik und «höfisch» anmutende Tanzmusik aus einer Berner Handschrift von 1791 ab mit ergreifenden Balladen oder einem tieftraurigen Anti-Kriegslied aus der Napoleonzeit, das von Heimweh, Tod und Desertation berichtet. Andererseits beschwören Schäferidyllen und -Lieder eine heile Welt. Diese Musik, die im feudalen barocken Frankreich ihren Anfang nahm, fand in Jean-Jacques Rousseau einen prominenten Vertreter. Heute würde er wohl als «Influencer» bezeichnet, der in der Schweiz viele «Follower» hatte. Einige Lieder jener Zeit erzählen vom Schicksal der Frauen, die zum Opfer der Doppelmoral und patriarchalen Strukturen wurden, oder von der emanzipatorischen Kraft der Aufklärung, die auch in der Schweiz zunehmend an Boden gewann. Der damals schon europaweit bekannte Pädagoge Heinrich Pestalozzi kritisierte beispielsweise offen die damaligen gesellschaftlichen Herrschafts- strukturen und setzte sich für junge Frauen mit unehelich gezeugten Kindern ein, die – derart in die Enge getrieben – zu Kindsmörderinnen wurden.

Auch die Hungerjahre 1816/17 im Toggenburg und der Bergsturz in Goldau von 1806 werden in zeitgenössischen Volksliedern hautnah geschildert. Diese Ereignisse dürften den Zuhörerenden in unheimlicher Weise sehr aktuell vorkommen. Die Naturkatastrophen stehen als Metaphern für die grossen gesellschaftlichen Umwälzungen, welche im Übergang um 1800 das Zerfallen der alten Ordnung einläuteten und das UNTEN und OBEN zunehmend durcheinander wirbelten. Das ganze Programm ist in sieben Themenblöcke aufgeteilt, die jeweils durch ein «Ratzliedli» (Spott- / Necklied) mit dazu passenden Strophen eingeleitet werden. Eine spannende musikalische Reise, die das heimisch Vertraute wieder fremd klingen lässt!

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All current and additional information about the event can be found on the website of the organizer. Sudden changes will only be displayed on the website of the organizer.

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