Barocke Musik aus Portugal und Südamerika
Werke von Domenico Zipoli (1688 - 1726), Tomás de Torrejón y Velasco (1644 - 1728), anonym überlieferte Musik aus Archiven in Bolivien, Peru und Mexiko
In den Jesuitenmissionen Südamerikas erhielten indigene Musiker unter Anleitung europäischer Geistlicher und Komponisten wie Domenico Zipoli eine fundierte Ausbildung nach europäischen Maßstäben. Dabei entstanden faszinierende kulturelle Mischformen: barocke Strukturen verbanden sich mit lokalen Melodien, Spielweisen und Instrumenten zu einem neuen, eigenständigen Stil. Auch in urbanen Zentren wie Lima und Sucre entwickelten kreolische Komponisten wie José de Orejón y Aparicio eine unverwechselbare Tonsprache, in der sich europäische Stilmittel kunstvoll mit indigenen Traditionen und Sprachen verflochten. Zugleich prägten auch die musikalischen Ausdrucksformen afrikanischer Herkunft das Musikleben jener Zeit – vor allem in Villancicos, Tänzen und Prozessionsmusiken mit kraftvollen Rhythmen und perkussiven Elementen. In dieser Musik begegnen sich drei Kulturen auf Augenhöhe. Sie erinnert uns daran, dass kreative Begegnung und gegenseitiger Respekt die Grundlage für kulturellen Reichtum und gelebte Toleranz bilden.
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